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Linkshänder - die Bevorzugung der linken Hand

Bei vielen Kindern fällt es schon im Alter zwischen 1 bis 2 Jahren auf. Das Kind greift einen Ball, sein Kuscheltier, einen Löffel oder die Trinkflasche meistens mit der linken Hand. Später werden die ersten Bilder mit links gemalt. Viele Eltern reagieren verunsichert, vor allem wenn sie selbst Rechtshänder oder aber umgeschulte Linkshänder sind. Aber auch Kinder bemerken früh - meist unbewusst - den Unterschied zu ihren rechtshändigen Freunden. Ist bei Ihrem Kind die Linkshändigkeit erwiesen, sollten Sie sensibel und verständnisvoll reagieren, um das Kind nicht zu verunsichern. Völlig falsch ist zu versuchen, das Kind zu einem Rechtshänder umzuerziehen.

Linkshänder und die Folgen der Umschulung

Von Geburt an hat jeder Mensch eine dominante Gehirnhälfte. Bei Rechtshändern ist es die linke Hirnhälfte, bei Linkshändern die rechte. Damit ist die Entscheidung, welche Hand ein Kind zukünftig häufiger benutzen wird "in die Wiege gelegt". Lange Zeit galt es als unnormal oder unerzogen, die linke Hand zu bevorzugen. Viele Sprichwörter zeigen uns heute noch das links negativ besetzt ist: zwei linke Hände haben oder ein linker Vogel sein.
In der Schule ging man in früheren Zeiten sogar so weit, dass Linkshänder-Kindern die linke Hand auf den Rücken gebunden wurde und sie so gezwungen waren mit der rechten Hand zu schreiben. Trotz Umerziehungsmaßnahmen bleibt ein Mensch ein Leben lang Linkshänder, denn die Dominanz der rechten Hirnhälfte bleibt bestehen. Eine Umerziehung kann schwerwiegende Folgen haben: Gedächnis-und Konzentrationsstörungen, feinmotorische Störungen im Schriftbild, Sprachprobleme oder Legasthenie sind einige mögliche Folgen. Weitere Sekundärfolgen können Unsicherheit oder Verhaltensstörungen sein, weil sich Umgeschulte als minderwertig empfinden. Wie stark die rechte Körperseite auch immer trainiert wird: Mit rechts wird ein Linkshänder nie die Geschicklichkeit haben, wie mit links.

Vorteile im Sport - Nachteile im Alltag

Im Sport gibt es hingegen schon länger eine Akzeptanz von Linkshändern, die auch immer Linksfüßer sind. Fast in jeder Sportart ist die Dominanz der linken Körperhälfte ein Vorteil und sorgt für einen Überraschungseffekt beim Gegner. Linkshänder haben in ihren Teams daher oft eine Sonderstellung und werden gerne gefördert. Für Linkshänderkinder ist dieses dort vermittelte Selbstbewußtsein ihres linken Könnens wichtig. Im Sport finden sie häufig das, was sie in der Rechtshänderwelt nicht bekommen: Akzeptanz und Anerkennung.

Jenseits des Sportplatzes ist fast das gesamte Leben auf Rechtshänder ausgerichtet, beispielsweise Türen, Stifte oder Knöpfe von Elektrogeräten. Um die ganze Tragweite nachzuvollziehen ist es hilfreich, dass Sie sich in die Lage ihres Kindes versetzen. Versuchen Sie mit einer Linkshänder-Schere ein Blatt Papier zu zerschneiden oder mit einem entsprechen Gemüseschäler eine Kartoffel zu schälen! Wenn Sie selbst feststellen, wie “linkisch” Sie sich dabei anstellen, können Sie die Schwierigkeiten ihres Kind nachvollziehen.

Linkshänder-Kinder frühzeitig unterstützen

Bei Linkshänder-Kindern besteht die Gefahr, dass sie beginnen sich selbst umzuerziehen, wenn sie von Rechtshändern umgeben sind. Je früher Sie erkennen, dass ihr Kind Linkshänder ist, umso zeitnaher können Sie helfen. Beobachten Sie ihr Kind bei alltäglichen Verrichtungen. Mit welcher Hand putzt es die Zähne, kämmt sich die Haare oder hält eine Gabel? Ist trotz solcher Beobachtungen im Vorschulalter immer noch nicht klar, welche Hand die dominante ist, sollten Sie eine Fachberatung hinzuziehen. Mit speziellen Tests können Experten feststellen, ob ihr Kind Linkshänder ist.
Steht die Linkshändigkeit fest, sollten Sie den Alltag für ihr Kind möglichst einfach gestalten, z.B. das Tischgedeck spiegelverkehrt hinlegen oder die Kleiderbügel des Kindes andersherum aufhängen. Bestimmte Fertigkeiten - z.B. eine Schleife zu binden - sollte nicht nebeneinander, sondern gegenüber gezeigt werden, damit das Kind den Ablauf spiegelverkehrt wahrnimmt.

Spezielle Linkshänder-Gegenstände

Inzwischen gibt es viele Gebrauchsgüter, die speziell auf die Bedürfnisse von Linkshändern abgestimmt sind. Für Schulkinder haben sich spezielle Schreibunterlagen bewährt. Sie sorgen dafür, dass das Heft oder Blatt immer schräg nach rechts geneigt ist. Dadurch wird eine entspannte Hand- und Armhaltung gefördert. Utensilien, wie Stifte, Füller, Scheren oder Anspitzer für Linkshänder sind in jedem gut sortierten Schreibwarenladen erhältlich. Wenn ihr Kind ein Musikinstrument erlernen will, ist es sinnvoll direkt ein dementsprechendes Instrument zu besorgen, denn immer sollte die dominante Hand die anspruchsvollen Griffe ausführen. Die Freude am Musizieren kann mit einem Rechtshänderinstrument sonst schnell verloren gehen.
Mit Linkshänder-Gegenständen ist Ihr Kind chancengleicher gegenüber Rechtshändern und lernt die übrigen Herausforderungen in der Rechtshänder-Welt "mit links" zu nehmen.


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